Wie können KI-Systeme so entwickelt werden, dass sie Menschen im Alltag sinnvoll unterstützen, ohne ihre Autonomie, Entscheidungsfähigkeit oder gesellschaftliche Teilhabe zu beeinträchtigen? Mit dieser Frage brachte die IFIP HCC17 – Human Choice and Computers Conference 2026 internationale Forschende, Praktiker:innen und Entscheidungsträger:innen in Wien zusammen. Unter dem Motto „Combined Intelligence: Human-AI Systems in Everyday Contexts“ diskutierten die Teilnehmenden aktuelle Forschungsergebnisse und Zukunftsperspektiven für eine menschenzentrierte Gestaltung digitaler Technologien.

Als Co-Host der Konferenz war das Center for Technology-driven Social Innovation (CTSi) der TU Wien an der Ausrichtung beteiligt. Gemeinsam mit dem IFIP Technical Committee 9 (ICT and Society) sowie der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG) wurde ein internationales Forum geschaffen, das Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis nach Wien brachte. Die Veranstaltung ermöglichte den interdisziplinären Austausch zwischen Informatik, Sozial- und Rechtswissenschaften, Human-Computer Interaction sowie Innovations- und Nachhaltigkeitsforschung.

Schwerpunkte der Konferenz

Die präsentierten Beiträge machten deutlich, dass die Diskussion rund um Künstliche Intelligenz längst über technische Fragestellungen hinausgeht. Im Mittelpunkt standen Themen wie Vertrauen in digitale Systeme, Transparenz und Erklärbarkeit von KI, Datenschutz, verantwortungsvolle Automatisierung sowie die Auswirkungen von KI auf Bildung, Arbeit und demokratische Prozesse.

Mehrere Beiträge widmeten sich der Frage, wie KI-Systeme gestaltet werden können, um menschliche Entscheidungsfähigkeit aktiv zu unterstützen. Diskutiert wurden unter anderem Ansätze, die Nutzer:innen bewusst zur Reflexion anregen, anstatt lediglich bestehende Meinungen zu bestätigen. Damit wurde die Rolle von KI als unterstützender Partner in Entscheidungs- und Lernprozessen kritisch beleuchtet.

Auch die Themen Vertrauen und digitale Souveränität zogen sich als roter Faden durch das Konferenzprogramm. Beiträge behandelten die Wahrnehmung von Vertrauenswürdigkeit in digitalen Systemen, den Umgang mit automatisierten Entscheidungen sowie die Regulierung von Plattformen und KI-Anwendungen im internationalen Vergleich. Fragen des Jugend- und Verbraucherschutzes, der Plattformverantwortung und der Transparenz von KI-generierten Inhalten verdeutlichten die gesellschaftliche Dimension technologischer Entwicklungen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Auswirkungen generativer KI auf Bildung und Wissenschaft. Vorgestellt wurden Arbeiten zum verantwortungsvollen Einsatz großer Sprachmodelle im wissenschaftlichen Schreiben, zu neuen Formen des Lernens mit KI-Unterstützung sowie zu Fragen wissenschaftlicher Integrität und Transparenz. Darüber hinaus wurden gesellschaftliche Anwendungsfelder von KI diskutiert, etwa im Klimaschutz, in der Landwirtschaft oder bei der Bekämpfung von Desinformation in sozialen Medien. Die Beiträge zeigten eindrucksvoll, dass technologische Innovation und gesellschaftliche Verantwortung gemeinsam gedacht werden müssen, um nachhaltige und vertrauenswürdige Lösungen zu schaffen.

Bedeutung für das CTSi und die TU Wien

Als Co-Host der Konferenz unterstrich das Center for Technology-driven Social Innovation (CTSi) seine Rolle als Plattform für interdisziplinäre Forschung und gesellschaftlich verantwortungsvolle Technologieentwicklung. Die diskutierten Themen spiegeln zentrale Fragestellungen wider, mit denen sich das CTSi in seinen Aktivitäten beschäftigt: Wie können digitale Technologien den Menschen stärken? Wie lassen sich Innovation und gesellschaftlicher Nutzen verbinden?

Gleichzeitig stand die IFIP HCC17 in enger Verbindung mit mehreren strategischen Zielen der TU Wien. Die Konferenz förderte internationale Sichtbarkeit und wissenschaftliche Vernetzung und leistete damit einen Beitrag zum Ziel, die internationale Präsenz der TU Wien weiter auszubauen. Die starke Verknüpfung von aktuellen Forschungsthemen und gesellschaftlichen Fragestellungen verdeutlichte den Anspruch, wissenschaftliche Erkenntnisse aktiv in gesellschaftliche Entwicklungen einzubringen. Nicht zuletzt zeigte die Konferenz eindrucksvoll, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit und der Austausch von Wissen, Methoden und Technologien neue Perspektiven für Forschung, Innovation und gesellschaftlichen Fortschritt eröffnen können.

Titelbild: © CTSi 2026 · KI-generiert