Wir verlassen uns auf das Gefühl, geschützt zu sein, wenn wir eine Technologie nutzen. Ob wir es tatsächlich sind, ist eine andere Frage. Beim nächsten Science Insight des CTSi//circle.responsibleComputing zeigt Rafael Vrecar, wann und warum beides auseinanderfällt.

9November 2026
Wann
Montag, 16:00–17:00 Uhr
Wo
Online via Zoom
Sprache
Deutsch
Teilnahme
Frei, ohne Anmeldung

Geschützt fühlen ist nicht geschützt sein

Technische Sicherheit lässt sich prüfen, zertifizieren und vergleichen. Wie sicher sich Menschen bei der Nutzung einer Technologie fühlen, ist eine andere Frage. Trotzdem entscheiden sie auf Basis dieses Gefühls: Sie meiden einen Passwortmanager, weil „alle Passwörter an einem Ort“ riskant wirkt, und vertrauen einer E-Mail, weil sie offiziell aussieht.

Im Alltag unterscheiden Menschen dabei potenziell nicht zwischen Security, Safety und Privatsphäre. „Ich fühle mich nicht sicher“ kann alles davon bedeuten. Wer über wahrgenommene Sicherheit spricht, über Perceived Security, muss deshalb auch Safety und Privatsphäre mitdenken.

  • Security
  • Safety
  • Privatsphäre
Perceived Securitywie sicher sich eine Person fühlt

Was der Vortrag zeigt

  1. Wann Gefühl und Wirklichkeit auseinanderfallenWann und warum wahrgenommene und tatsächliche Sicherheit auseinanderfallen und welche Rolle Technologien, persönliche Eigenschaften und Kontext dabei spielen, vom AI-Assistenten bis zum Cookie-Banner.
  2. Was Studien zeigenErgebnisse aus eigenen Studien zu Privatsphäre, Security und Safety, vom Cookie-Banner bis zur Fabrikhalle.
  3. Was generative KI daran ändertSie macht Täuschung billig, und zunehmend soll sie auch für uns entscheiden, was wir teilen. Beides verschiebt die Frage, worauf sich unser Sicherheitsgefühl noch stützen kann.

Über den Vortragenden

Porträt von Rafael Vrecar
Foto: Matthias Heisler

Dipl.-Ing. Rafael Vrecar, BSc

ÖAW DOC Fellow · CTSi & Human-Computer Interaction Group, TU Wien

Rafael Vrecar ist Human-Computer-Interaction-Forscher (HCI) an der TU Wien. Er untersucht Perceived Security, also wie sicher sich Menschen bei der Nutzung digitaler Technologien fühlen, und warum dieses Gefühl oft von der tatsächlichen Sicherheit abweicht. Sein Dissertationsprojekt wird durch ein DOC-Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) gefördert. Seine Arbeit ist empirisch und verbindet quantitative und qualitative Methoden. Um konkrete Hypothesen zu testen, baut er außerdem Prototypen, oft gemeinsam mit Studierenden.

Er hat das Bachelorstudium Software & Information Engineering und das Masterstudium Media and Human-Centered Computing an der TU Wien jeweils mit Auszeichnung abgeschlossen, ebenso das Bachelor-with-Honors-Programm. Er hat zwei Industriepraktika absolviert und war über vier Jahre als Tutor in mehr als zehn Lehrveranstaltungen an drei Instituten tätig. Derzeit lehrt er an mehreren Hochschulen. Er hat bereits mehrere Bachelor- und Masterarbeiten an verschiedenen Hochschulen (mit-)betreut. Sein Interesse an Sicherheit und Privatsphäre auf Apple-Plattformen fließt auch in seine Lehre ein.