Wir verlassen uns auf das Gefühl, geschützt zu sein, wenn wir eine Technologie nutzen. Ob wir es tatsächlich sind, ist eine andere Frage. Beim nächsten Science Insight des CTSi//circle.responsibleComputing zeigt Rafael Vrecar, wann und warum beides auseinanderfällt.
- Wann
- Montag, 16:00–17:00 Uhr
- Wo
- Online via Zoom
- Sprache
- Deutsch
- Teilnahme
- Frei, ohne Anmeldung
Geschützt fühlen ist nicht geschützt sein
Technische Sicherheit lässt sich messen, zertifizieren und vergleichen. Wie geschützt sich Menschen bei der Nutzung einer Technologie fühlen, lässt sich das nicht, zumindest nicht einfach. Trotzdem entscheiden sie auf Basis dieses Gefühls: Sie meiden einen Passwortmanager, weil „alle Passwörter an einem Ort“ riskant wirkt, und vertrauen einer E-Mail, weil sie offiziell aussieht.
Im Alltag trennen Menschen dabei kaum zwischen Security, Safety und Privatsphäre. „Ich fühle mich nicht sicher“ kann alles davon bedeuten. Ich fasse diese drei Aspekte deshalb unter dem Begriff „Perceived Protection“ zusammen: wie geschützt sich eine Person fühlt, egal welcher der drei Aspekte technisch betroffen ist.
- Security
- Safety
- Privatsphäre
Was der Vortrag zeigt
- Wann Gefühl und Wirklichkeit auseinanderfallenWann und warum wahrgenommener und tatsächlicher Schutz auseinanderfallen und welche Rolle Technologien, persönliche Eigenschaften und Kontext dabei spielen, vom AI-Assistenten bis zum Cookie-Banner.
- Was Studien zeigen und wie man es misstErgebnisse aus eigenen Studien und die Instrumente, die wir zur Messung von wahrgenommenem Schutz entwickeln.
- Was generative KI daran ändertSie macht Täuschung billig, und zunehmend soll sie auch für uns entscheiden, was wir teilen. Beides verschiebt die Frage, worauf sich unser Gefühl von Schutz noch stützen kann.
Über den Vortragenden

Dipl.-Ing. Rafael Vrecar, BSc
ÖAW DOC Fellow · CTSi & Human-Computer Interaction Group, TU Wien
Rafael Vrecar ist Human-Computer-Interaction-Forscher (HCI) an der TU Wien. Er untersucht Perceived Protection, also wie geschützt sich Menschen bei der Nutzung digitaler Technologien fühlen, und warum dieses Gefühl oft vom tatsächlichen Schutz abweicht. Seine Dissertation mit dem Titel Perceived Protection: Security, Safety, and Privacy as People Experience Them wird durch ein DOC-Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) gefördert. Seine Arbeit ist empirisch und verbindet quantitative und qualitative Methoden. Um konkrete Hypothesen zu testen, baut er außerdem Prototypen, oft gemeinsam mit Studierenden.
Er hat das Bachelorstudium Software & Information Engineering und das Masterstudium Media and Human-Centered Computing an der TU Wien jeweils mit Auszeichnung abgeschlossen, ebenso das Bachelor-with-Honors-Programm. Er hat zwei Industriepraktika absolviert und war über vier Jahre als Tutor in mehr als zehn Lehrveranstaltungen an drei Instituten tätig. Derzeit lehrt er an mehreren Hochschulen. Er hat bereits mehrere Bachelor- und Masterarbeiten an verschiedenen Hochschulen (mit-)betreut. Sein Interesse an Sicherheit und Privatsphäre auf Apple-Plattformen fließt auch in seine Lehre ein.